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Unser nicht existentes Zeitmodell: Arbeiten, wie es wirklich passt

Dec 21, 2024

Zeit ist ein kostbares Gut – vor allem in der heutigen Arbeitswelt. Doch in vielen Unternehmen wird sie nach wie vor in festen Arbeitszeiten gemessen: von 9 bis 17 Uhr, 40 Stunden pro Woche. Doch was, wenn diese starren Strukturen nicht mehr zu den Anforderungen von Projekten, persönlichen Lebensumständen oder moderner Zusammenarbeit passen?

Wir haben uns diese Frage gestellt – und ein radikal anderes Arbeitsmodell ausprobiert. Unser Ansatz: Es gibt keine festen Arbeitszeiten. Was zunächst als Experiment begann, ist mittlerweile fester Bestandteil unseres Unternehmens und nicht mehr wegzudenken. Das Ergebnis: Mehr Zufriedenheit, mehr Effizienz und eine bessere Balance zwischen Arbeit und Privatleben.

Die Grundidee: Arbeit ist keine Frage der Stundenanzahl

Unser Zeitmodell basiert auf einem einfachen, aber entscheidenden Gedanken: Die Anzahl der geleisteten Stunden sagt nichts über den Fortschritt und Erfolg eines Projekts aus. Statt uns auf starre Zeitvorgaben zu verlassen, richten wir uns nach den Anforderungen der Projekte.

Das bedeutet:

• Wenn ein Projekt viel Aufmerksamkeit benötigt, arbeiten wir entsprechend.

• Wenn es ruhig ist, nutzen wir die Zeit anders – sei es, um Kollegen zu unterstützen, neue Ideen zu entwickeln oder einfach Freizeit und Familienzeit zu genießen.

Die Basis dafür ist eine Arbeitsweise, die erfolgsorientiert statt zeitorientiert ist. Uns interessiert nicht, wie viele Stunden jemand am Schreibtisch sitzt, sondern ob die Arbeit effektiv erledigt wird und das Projekt vorankommt.

Flexible Arbeitsplätze – arbeiten, wo es passt

Nicht nur die Arbeitszeit ist bei uns flexibel, sondern auch der Arbeitsplatz. Erfordert das Projekt gerade nicht unsere Anwesenheit vor Ort, setzen wir auf eine Kultur des ortsunabhängigen Arbeitens. Das bedeutet: Unsere Mitarbeitenden können neben dem Baustellenbüro dort arbeiten, wo es für sie am besten passt – im Büro, zu Hause oder im Café. Je nach Aufgabenbereich ist auch das andere Ende der Welt nicht ausgeschlossen.

Dieses Vertrauen gibt jedem Einzelnen die Freiheit, die Arbeit so in den Alltag zu integrieren, dass sie bestmöglich funktioniert. Das gibt uns maximale Flexibilität.

Arbeit und Leben im Einklang

Ein entscheidender Vorteil unseres Modells ist die Möglichkeit, Arbeit und Privatleben besser zu verbinden. Wer Zeit mit den Kindern verbringen oder zum Sport gehen möchte, kann das tun – und später, wenn es passt, eine Aufgabe abschließen oder eine E-Mail beantworten. Voraussetzung dafür ist stets eine offene Kommunikation und die eigenverantwortliche Organisation im Team.

Das führt nicht nur zu mehr Ausgeglichenheit, sondern auch zu einer neuen Form von Eigenverantwortung. Jeder plant seine Arbeitszeit so, dass die Anforderungen des Projekts erfüllt werden und gleichzeitig persönliche Bedürfnisse nicht zu kurz kommen.

Der Ursprung: Eine Idee aus „Big Five for Life“

Die Idee für unser nicht existentes Zeitmodell entstand aus dem Buch „Big Five for Life“ von John Strelecky. Es geht darin um die Frage, was Menschen wirklich wichtig ist – im Leben und in der Arbeit. Eine der zentralen Erkenntnisse ist, dass Arbeit nicht als Belastung empfunden wird, wenn sie im Einklang mit den persönlichen Werten und Zielen steht.

Inspiriert davon, haben wir unser Modell entwickelt. Es erfordert, dass wir uns gegenseitig vertrauen und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Doch genau das macht den Unterschied: Es entsteht mehr Raum für Kommunikation, Eigenverantwortung und kreative Lösungen.

Ein Modell, das funktioniert

Natürlich waren wir anfangs skeptisch. Kann ein Unternehmen ohne feste Arbeitszeiten wirklich funktionieren? Wird die Arbeit erledigt, wenn es keinen klaren „9-to-5“-Rahmen gibt?

Heute wissen wir: Ja, es funktioniert – und zwar besser, als wir es uns je vorgestellt hätten. Mit unserer kleinen, aber wachsenden Mitarbeiterzahl von derzeit 5 bis 10 Personen konnten wir das Modell erfolgreich umsetzen.

Die Ergebnisse sprechen für sich:

• Mehr Zufriedenheit bei allen Beteiligten: Mitarbeitende sind entspannter und ausgeglichener, was sich positiv auf die Zusammenarbeit auswirkt.

• Effizienteres Arbeiten: Ohne den Druck, „stundenlang“ produktiv sein zu müssen, entsteht Raum für konzentrierte, zielgerichtete Arbeit.

• Bessere Balance zwischen Arbeit und Privatleben: Mitarbeitende können ihre Zeit so einteilen, dass beides in Einklang steht.

• Stärkere Identifikation mit dem Unternehmen: Unsere Mitarbeitenden sind stolz darauf, Teil eines Unternehmens zu sein, das auf Vertrauen und Flexibilität setzt.

• Kein Frust bei unkonventionellen Arbeitszeiten: Wer abends noch eine E-Mail bearbeitet, macht das freiwillig und gerne – schließlich gab es am Nachmittag Zeit für Familie, Sport oder Hobbys.

Mehr Eigenverantwortung, weniger Hierarchie

Ein solches Modell erfordert natürlich ein Umdenken – insbesondere in der Führung. Klassische Hierarchien und starre Strukturen funktionieren hier nicht. Der Schlüssel liegt darin, Mitarbeitenden zu vertrauen und sie in ihrer Eigenverantwortung zu stärken.

Bei uns begegnen sich alle auf Augenhöhe. Die Kommunikation ist offen und transparent, und die Entscheidungswege sind kurz. Dadurch können wir flexibel auf Veränderungen reagieren – sei es bei Projekten oder bei persönlichen Lebensumständen der Mitarbeitenden.

Flexibilität in der Praxis

Wie sieht das in der Praxis aus? Hier ein paar Beispiele:

• Wenn ein Projekt kurzfristig mehr Einsatz erfordert, arbeiten alle zusammen, um den Erfolg sicherzustellen. Dabei ist egal, ob die Arbeit früh morgens, spät abends oder am Wochenende stattfindet – wichtig ist, dass das Team gemeinsam das Ziel erreicht.

• Wenn „Flaute“ herrscht, können sich Mitarbeitende anderen Dingen widmen – sei es, Kollegen zu unterstützen, neue Ideen zu entwickeln oder einfach Freizeit zu genießen.

• Wenn persönliche Herausforderungen auftreten, wie ein krankes Kind oder ein familiärer Notfall, können Mitarbeitende ihre Arbeit flexibel anpassen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Ein Modell mit Zukunft

Unser Zeitmodell funktioniert nicht nur in einem kleinen Team – wir sind überzeugt, dass es auch bei größeren Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Führung neu gedacht wird: Weg von Kontrolle und Misstrauen, hin zu Vertrauen und Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Der Mensch steht im Mittelpunkt.

Für uns steht fest: Ein ausgeglichener, zufriedener Mitarbeiter ist mehr wert als ein gestresster und frustrierter Mitarbeiter. Zufriedenheit führt nicht nur zu einer besseren Arbeitsatmosphäre, sondern auch zu mehr Engagement, Kreativität und Effizienz.

Fazit: Ein Gewinn für alle

Unser nicht existentes Zeitmodell ist mehr als nur eine Arbeitsweise – es ist eine Haltung. Es zeigt, dass es möglich ist, Arbeit und Leben in Einklang zu bringen, ohne dabei die Produktivität zu verlieren.

Indem wir auf starre Strukturen verzichten und den Fokus auf Erfolg, Menschlichkeit, Eigenverantwortung und Zusammenarbeit legen, schaffen wir ein Arbeitsumfeld, das für alle Beteiligten ein Gewinn ist:

• Projekte werden effizienter abgeschlossen.

• Mitarbeitende sind zufriedener und identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen.

• Es entsteht eine neue Balance zwischen Arbeit und Privatleben.

Dieses Modell ist für uns nicht mehr wegzudenken – und wir sind überzeugt, dass es eine Antwort auf die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt sein kann. Denn letztlich geht es nicht darum, wie viele Stunden jemand arbeitet, sondern darum, dass die Arbeit Sinn macht und das Leben bereichert.

Arbeiten Sie noch nach der Uhr – oder schon nach den Projekten?